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Glossar - Stichwörter unter G

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine Personengesellschaft. Die GbR besteht aus mindestens zwei Gesellschaftern, die sich mittels eines Gesellschaftsvertrages zusammenschließen. Die Gesellschafter können sowohl natürliche oder juristische Personen, als auch Personengesellschaften sein. Ein Mindestkapital ist in einer GbR nicht vorgeschrieben, die Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen für Schulden die der Gesellschaft entstanden sind. Eine GbR ist besonders für einfache Formen von Geschäftspartnerschaften, wie z.B. Kleingewerbetreibende und Praxisgemeinschaften geeignet. In der Unternehmensbezeichnung muss der Name der Gesellschafter (Vor- und Nachname) und die Bezeichnung „GbR“ enthalten sein. Zusätzlich kann in der Unternehmensbezeichnung noch ein Verweis zu Branche oder ähnlichem beigefügt werden.

Als Gebrauchsmuster bezeichnet man ein gewerbliches Schutzrecht, das dem Patent sehr ähnlich ist. Mit einem Gebrauchsmuster können neue und gewerblich anwendbare Erfindungen geschützt werden. Rechtlich geregelt ist dieses gewerbliche Schutzrecht im Gebrauchsmustergesetz (GebrMG). Die Schutzdauer beträgt zehn Jahre und kann auf Wunsch durch Zahlung einer Gebühr auf weitere zehn Jahre verlängert werden. Die Anmeldung eines Gebrauchsmusters erfolgt beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA).

Eine Genossenschaft ist eine Gesellschaft die einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb verfolgt und die Belange ihrer Mitglieder fördert. Sie ist eine juristische Person des Privatrechts, jedoch keine Handelsgesellschaft. Zu den Leitprinzipien einer Genossenschaft gehören die Mitgliederförderung, Selbstverwaltung, Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Rechtsgrundlage einer eingetragen Genossenschaft ist das Genossenschaftsgesetz (GenG). Genossenschaften sind in Deutschland weit verbreitet und es gibt sie hauptsächlich in den Brachen Handel, Wohnungsbau, Banken sowie Land- und Forstwirtschaft. Zu den Organen einer Genossenschaft gehören der Aufsichtsrat, der Vorstand und die Mitgliederversammlung.

Unter dem Begriff Geschäftsanteil bezeichnet man den Anteil der Gesellschafter am Gesellschaftsvermögen bzw. der Stammeinlage einer Gesellschaft, wie z. B. einer GmbH oder einer Genossenschaft. Der Geschäftsanteil wird im Allgemeinen in einem bestimmten Bruchteil angegeben und nicht mit einer Geldsumme.

Der Geschäftsführer eines Unternehmens ist der gesetzliche Vertreter und verantwortlicher Leiter der Unternehmensgeschicke. Laut dem Gesellschaftsrecht ist die Bezeichnung Geschäftsführer der Rechtsform GmbH vorbehalten. Die Bestellung des Geschäftsführers erfolgt durch Beschluss der Gesellschafterversammlung oder einen Gesellschaftsvertrag.

Die Geschäftsführung ist die oberste Abteilung eines Unternehmens. Sie definiert die Unternehmensziele und Vertritt die Interessen des Unternehmens. Die Geschäftsführungsorgane sind in den verschiedenen Rechtsformen generell zugleich Gesellschafter, wie z. B. in der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), der Offenen Handelsgesellschaft (OHG) und der Kommanditgesellschaft (KG). Die Geschäftsführung kann mehreren oder allen Gesellschaftern zustehen, dies ist jedoch abhängig von der Rechtsform und deren Rechtsgrundlage. Nach deutschem Recht unterscheidet man zwischen der Geschäftsführungsbefugnis und der Vertretungsmacht. Die Geschäftsführungsbefugnis beinhaltet, das der Geschäftsführer u. a. dazu berechtigt ist anderen Mitarbeitern Weisungen zu erteilen und organisatorisch zu handeln (im Innenverhältnis der Gesellschaft). Die Vertretungsvollmacht ist die Fähigkeit, die Gesellschaft nach außen hin rechtswirksam zu vertreten.

Ein Geschmacksmuster ist genau wie eine Gebrauchsmuster ein gewerbliches Schutzobjekt. Rechtsgrundlage ist das Geschmacksmustergesetz (GeschmMG). Das Schutzobjekt eines Gebrauchsmusters ist eine bestimmte Formgebung bzw. Gestaltungsform (Farbe, Design, etc.) eines gewerblich nutzbaren Gegenstandes, wie z. B. ein Stoff oder eine Tapete. Der Inhaber eines Geschmacksmusters hat das alleinige Nutzungsrecht an dem Schutzobjekt.

Als Gesellschafter bezeichnet man einen wirtschaftlichen Teilhaber bzw. Mitglieder einer Gesellschaft. Die Gesellschaft kann u. a. eine OHG, eine GmbH, eine KG oder eine GbR sein. Generell unterscheidet man zwischen zwei Arten von Gesellschaftern. Zum einen Gesellschafter die eigenes Vermögen in die Gesellschaft investiert haben und zum anderen die stillen Gesellschafter. Ein stiller Gesellschafter (Teilhaber) wird am Gewinn der Gesellschaft beteiligt, hat sonst jedoch keine Rechte (z. B. Widerspruchsrecht) und Pflichten in der Gesellschaft.

Die Gesellschafterliste ist ein Verzeichnis in dem alle Gesellschafter mit Angabe von Name, Wohnort und Höhe ihrer Geschäftsanteile aufgelistet wurde. Diese Übersicht wird im Allgemeinen von der Geschäftsführung der jeweiligen Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH oder AG) beim zuständigen Handelsregister eingereicht. Bei jeder Veränderung der Gesellschaft bzgl. ihrer Gesellschafter oder deren Umfang ihrer Beteiligung (Einlage) muss die Gesellschafterliste aktualisiert und beim Handelsregister erneut eingereicht werden.

Das Gesellschaftsrecht beschäftigt sich mit privatrechtlichen Personenvereinigungen, die einen gemeinsamen Zweck verfolgen. Hierzu gehören u. a. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), offene Handelsgesellschaften (OHG), Aktiengesellschaften (AG) und Kommanditgesellschaften (KG).

Der Gesellschaftsvertrag bildet die vertragliche Rechtsgrundlage von Gesellschaftern und regelt deren Rechte und Pflichten. Inhalt eines Gesellschaftsvertrages sind u. a. die Haftungsverhältnisse, Gewinnverteilung, Vertretungsbefugnisse und eventuell Fortsetzungsklauseln für den Todesfall eines Gesellschafters. Bei den Rechtsformen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und der Aktiengesellschaft (AG) bezeichnet man einen Gesellschaftsvertrag auch als Satzung.

Das Recht auf Gewährleistung bestimmt die entstanden Ansprüche und Rechtsfolgen, die der Besteller im Rahmen seines abgeschlossenen Vertrages (z.B. Werksvertrag oder Kaufvertrag) im Falle eines Mangels zustehen. Das Gewährleistungsrecht ist u.a. im Kaufrecht, im Werkvertragsrecht sowie auch bei Miet- und Schenkungsverträgen anwendbar. Im Rahmen eines Kaufvertrages besteht grundsätzlich Anspruch auf Gewährleistung, wenn der Verkäufer eine mangelhafte Ware verkauft hat. Bei einem Werkvertrag hingegen, ist ein Mangel an dem hergestellten Werk durch den Unternehmer, ein möglicher Anspruch auf Gewährleistung. Grundsätzliche Ansprüche bei auftretenden Mängeln sind generell zunächst einmal der Anspruch auf Nacherfüllung sowie eine Minderung oder ein Anspruch auf Schadensersatz.

Durch ein gewerbliches Schutzrecht erhält z. B. ein Erfinder, ein Monopol für die gewerbliche Nutzung seiner Erfindung, dieses Monopol ist jedoch zeitlich begrenzt. Mit Hilfe eines gewerblichen Schutzrechtes kann man den Grundsatz der sog. Nachahmungsfreiheit entgegenwirken und somit eigene Entwicklungen vor Nachahmung schützen. Gewerbliche Schutzrechte unterteilt man grundsätzliche in die Technischen- und die Nichttechnischen gewerblichen Schutzrechte. Zu den Technischen gewerblichen Schutzrechten gehören u. a. Patente und Gebrauchsmuster, während zu den Nichttechnischen gewerblichen Schutzrechten z. B. Marken, Geschmacksmuster und Geschäftliche Bezeichnungen (Unternehmenskennzeichen) gehören.

Die Gewinnverteilung einer Gesellschaft wird generell im Gesellschaftervertrag definiert und ist abhängig von der Wahl der Rechtsform. Wenn im Gesellschaftervertrag keine Regelungen diesbezüglich getroffen wurden, ist auf die entsprechenden Rechtsvorschriften zurückzugreifen. In einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) richtet sich die Gewinnverteilung im Allgemeinen nach der Höhe der Einlage der einzelnen Gesellschafter.

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Kapitalgesellschaft und die weit verbreitetste Rechtsform in Deutschland. Die Kapitalgesellschaft GmbH besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit. Aufgrund der Haftungsbeschränkung beziehen sich alle Verbindlichkeiten des Unternehmens lediglich auf die GmbH. Die GmbH haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Eine GmbH ist eine juristische Person des privaten Rechts und kann somit u. a. Verträge abschließen und Eigentum erwerben. Voraussetzung für die Gründung einer GmbH ist das vorgeschriebene Mindeststammkapital von 25.000 Euro. Die GmbH gilt erst nach Eintragung ins Handelsregister als juristische Person.

GmbH & Co. KG

Die Rechtsform GmbH & Co. KG ist eine Kommanditgesellschaft (KG) und im juristische Sinne eine Personengesellschaft. Der persönlich haftende Gesellschafter (Komplementär) in einer GmbH & Co. KG ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Eines der Ziele dieser Rechtsform ist, das Haftungsrisiko für die Personen die hinter der Gesellschaft stehen auszuschließen bzw. zu beschränken. Die alleinige Geschäftsführungsbefugnis liegt generell bei der GmbH, die diese Rechtsform in allen Belangen vertritt.

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